Shisha Cafés vor dem Ende
Nicht nur in Deutschland, auch in anderen europäischen Ländern steht das Rauchverbot auf der politischen Tagesordnung.
Der Duft aromatischen Tabaks wabert durch die Strassen, arabische Musik tönt leise aus der Tür, der Wandschmuck und die Muster auf den Teppichen sagen Kairo, Damaskus oder Beirut, tatsächlich aber befinden wir uns vor dem großen einladenden Fenster eines Wasserpfeifencafés in München. Viele Stammgäste machen mehrmals wöchentlich hier Station, um Freunde zu treffen, Kaffee zu trinken, Spiele zu spielen und dazu gemütlich eine
Shisha zu rauchen.
Diese Welt wird aber bald eine von gestern sein, das anstehende Rauchverbot bzw. Nichtraucherschutzgesetz, wie es die Landesregierung tituliert, wird diesem und vielen anderen Shishacafés zum Jahreswechsel den Garaus machen, das letzte Stück Kohle wird verglühen, der restliche Tabak eintrocknen, die Menschen bleiben orientierungslos zurück, der angenehme Geschmack orientalischer Kultur wird ausgelöscht.
Die Besitzer der Wasserpfeifencafés sind ratlos ob ihrer unsicheren Zukunft, viele hoffen noch auf Ausahmeregelungen, einige sind aber auch schon der Verzweiflung nahe – machen die Einkünfte durch die Shisha doch gut dreiviertel des Gesamtumsatzes aus, im „besten“ Fall droht nur einzelnen Angestellten die Entlassung im schlechtesten und leider wahrscheinlichen Fall, steht die Pleite ins Haus, eng daran geknüpft das Schicksal ganzer Familien, die zusammen an ihrem Traum arbeiteten.
Hier treffen sich junge Deutsche und Einwanderer verschiedener Generationen zum gemeinsamen Entspannungserlebnis, sowohl die Lust auf das Vertraute wie auch auf das Fremde wird hier befriedigt – gelebte Toleranz und Anerkennung.
Die Besitzer dieses Cafés wie so vieler anderer, bieten ihre Wasserpfeifen bereits zum Verkauf an, zum Beispiel, um sie mit in die Parks zu nehmen, solange dies noch erlaubt ist. Auch der Absatz der Onlineshops, die die
Shisha verkaufen, nimmt in Erwartung des baldigen Endes der Wasserpfeifencafés zu.
Artikel wurde von Sandro Weißgärber am 06.12.2007 eingereicht.