Als Künstler in die Selbstständigkeit
Die meisten Künstler träumen davon, mit ihrer Tätigkeit den Lebensunterhalt zu bestreiten, doch wissen sie auch um die kräftezehrenden Mühen und den Aufwand, die mit der Erfüllung dieses Traumes einhergehen können. Nicht nur, dass der Künstler in seinem Metier ein erfolgreicher sein muss, er muss sich auch mit den Grundlagen und Widrigkeiten der Selbstständigkeit und der Künstlerbranche an sich beschäftigen. Aus diesem Grund folgen nun einführende Worte, die elementare Informationen über die Rechte, Pflichten und Möglichkeiten derjenigen Künstler vermittelt, die ihre Passion zum Beruf machen wollen.
So arbeitet ein freischaffender Künstler stets auf Rechnung und bezieht ein umsatz- und einkommenssteuerpflichtiges Honorar, an dessen Höhe er Mitbestimmungsrecht besitzt. Weiterhin ist er für die Zahlung seiner Krankenversicherung und der Altersvorsorge sowie aller anderen Versicherungen selbst verantwortlich; so ist gerade eine Privatversicherung gegen mögliche Arbeitsunfälle ratsam.
Damit der Einstieg in der Künstlerbranche tatsächlich von langfristigem Erfolg gekrönt ist, bietet es sich an, Kontakt mit Castingagenturen oder einer
Künstlervermittlung aufzunehmen.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass Künstler, die auf mehrere Künstleragenturen zurückgreifen, größere Chancen auf ein Engagement besitzen als diejenigen, die sich auf die Vermittlung durch eine einzige
Künstleragentur verlassen. Hierbei ist zu beachten, dass Agenturen, die Verträge auf Provisionsbasis abschließen, gegenüber solchen vorzuziehen sind, die gegen Vorkasse arbeiten, da letztere meist unseriös sind.
Unabhängig von den eben genannten Vermittlungsagenturen können Künstler auch über die Bundesagentur der Arbeit an Aufträge gelangen oder das Künstlernetzwerk des BuFT (Bundesverband Freier Theater e.V.) in Anspruch nehmen. Weitere Ansprechpartner können das Magazin Trottoir und der online Künstlerkatalog gedu sein.
Doch all dies nimmt dem Künstler nicht die Pflicht zur Eigeninitiative. Die Erfolgschancen hängen auch davon ab, wie wirkungsvoll er für sich selbst wirbt. Eine aussagekräftige Internetseite ist genauso von Vorteil wie Visitenkarten und der Rückgriff auf den klassischen Flyer. Neue Kontakte knüpfen sich am besten, wenn der Künstler in der lokalen Kunstszene präsent ist.
Artikel wurde von Werner Lauer am 30.11.2007 eingereicht.