Historisches zur Zauberei
Unterschiedliche Epochen hielten für Zauberer und Taschenspieler sehr verschiedene Schicksale bereit.
Zu Zeiten des 11. Jahrhunderts wurde in Folge der Inquisition ein wahrer Feldzug gegen Magie und Zauberei begangen. Die Macht der Kirche nahm immer mehr zu und mit leidenschaftlichem Eifer wurde jede "magische" Handlung verfolgt. Die Foltermethoden ließen an Phantasie nichts zu wünschen übrig und die Hexenverfolgung kann wohl als Höhepunkt dieser finsteren Epoche gesehen werden. Jeder der durch sein Verhalten irgendwie den Anschein machte, dass er magische Handlungen vortrug, wurde vor die Inquisition gebracht und verurteilt. Um die Schuld der Verdächtigen zu beweisen oder Geständnisse der Angeklagten zu erpressen, wurden die grausamsten Foltermethoden verwendet. Kneifzangen, spitze Eisenhaken und glühende Holzkohlen wurden als Mittel verwendet um Geständnisse zu bekommen. Es gab so gut wie keine Grenzen, wie die Dokumente und Zeugenberichte der damaligen Zeit zeigen.
Im Mittelalter waren die Menschen sehr empfänglich für Zauberei, Gaukelei und Taschenspieler.
Die umherreisenden Spielleute waren auch in adligen Kreisen als Vertreter einer Kunst, die von der Öde des Alltag ablenken konnte, beliebt. Sänger, Musiker, Zauberer und Jongleure hatten eine magische Bedeutung. Das "fahrende Volk" trat auf Jahrmärkten auf, in Wirtshäusern und zu Hofe. Die
Zauberkünstler und Gaukler brauchten meist nur wenige Requisiten um das Publikum zu begeistern. Der Begriff „Taschenspieler“ entstand aus der Tatsache, dass die Spieler die nötigen Utensilien in einer Tasche transportierten. Die Tricks der Taschenspieler basierten im Gegensatz zum heutigen, modernen
Zauberer noch vielmehr auf Geschicklichkeit und Fingerfertigkeit.
Wichtig war (wie heute immer noch) bei den meisten Tricks die Ablenkung des Publikums von der Täuschung. Noch heute sind "Hütchenspieler" oft auf belebten Einkaufsstraßen zu sehen. Sie können als die heutigen Nachkommen der mittelalterlichen Taschenspieler gesehen werden. Bei diesen Spielen, die auch als Becher-Spiele bezeichnet werden, werden eine oder mehrere Kugeln unter drei Bechern hin und her geschoben. Das Publikum wird mit der Anzahl der Kugeln unter den Bechern getäuscht.
Besonderen Ruhm haben sich die Taschenspieler Chinas und Indiens erspielt. Sie waren aufgrund ihrer aussergewöhnlichen Geschicklichkeit und in Europa (wo man sie gehäuft in Italien antraf) wegen ihres "Exotenbonusses"sehr beliebt.
Artikel wurde von Werner Lauer am 20.11.2007 eingereicht.