Nationalpark Costa Rica, Vulkan Rincón de la Vieja
Der Vulkan Rincón de la Vieja liegt mit einer insgesamten Höhe von 1898 Metern im gleichnamigen Nationalpark, etwa 25 km entfernt von Guanacastes Provinzhauptstadt Liberia im Nordwesten Costa Ricas. 1970 wurde in Costa Rica begonnen, Nationalparks zu errichten und 1973 gestaltete man den Park Rincón de la Vieja. Über 20 Nationalparks bestehen heute, während mehr als 25% des Landes unter Naturschutz stehen.
In dem 14.084 Hektar großen Nationalpark hat man die Gelegenheit, die Schönheit und Vielseitigkeit der costaricanischen Natur hautnah zu erfahren. Wer es wagt, den etwa 8 km langen Weg zum Besteigen des Vulkans zurückzulegen, kann den Übergang von Trocken- in Nebenwald erleben und wird entlohnt mit einer fantastischen Aussicht vom Gipfel.
Am Fuß des Rincóns, der Teil des Kettengebirges von Guanacaste ist, hat man die Wahl zwischen drei verschieden langen Routen, auf denen man Attraktionen wie Schwefelquellen und Schlammlöchern begegnet. Außerdem ist dort nicht nur eine einzigartige Flora und Faune zu entdecken, sondern den Touristen laufen regelmäßig exotische Tiere wie Nasenbären, Leguane und Gürteltiere über den Weg.
Im Nationalpark leben darüber hinaus über 250 verschiedene Vogelarten.
Der Stratovulkan Rincón gehört neben den sechs weiteren Vulkanen Poas, Irazú, Turrialba, Arenal, Miravalles und Tenorio zu den noch aktiven Vulkanen Costa Ricas, der seinen letzten Ausbruch im Jahre 1998 hatte. Der daneben liegende 1672 Meter hohe Vulkan Santa María ist einer der etwa 120 erloschenen Vulkane in Costa Rica.
Darüber wie der Rincón de la Vieja (übersetzt ¨Ecke der alten Frau¨) zu seinem Namen kommt, gibt es einige Legenden. Eine besagt, dass sich eine Frau und ein Mann zweier verfeindeter Indianerstämme ineinander verliebten und der Vater der Frau ihren Geliebten aus Wut darüber in den Krater des Rincón warf. Die Frau lebte daraufhin für den Rest ihres Lebens am Kraterrand.
Eine andere Geschichte erzählt, dass sich eine alte Hexe im Krater des Vulkans versteckt, die ihren Mitmenschen früher mit ihrem häßlichen Anblick Angst gemacht und deswegen vom Medizinmann mit einem Fluch belegt wurde.
Als wir den Rincón an einem sonnigen Septembertag besuchten, bogen wir nach einer dreistündigen Stunden Fahrt vom
Hotel Costa Rica in Sámara aus den unscheinbaren Feldweg etwa 5 km nach Liberia ein und folgten dem holprigen Weg weitere 20 km. Nach einiger Zeit kamen wir an ein Tor, an dem wir 700 Colones bezahlen mußten, da es sich um eine private Durchfahrt handelte.
Als wir unser Ziel schließlich erreicht hatten stellten wir das Auto an einem großen Parkplatz ab und nahmen das nahegelegene Informationshäuschen als erste Anlaufstelle. Dort gab man uns Informationen über die zwei- drei- oder vierstündigen Wanderwege und wir entrichteten weitere 6 $.
Wir traten den zweistündigen Wanderweg an und erreichten schon bald die erste Attraktion: Ein riesiger, uralter Baum mit enormen Wurzeln. Von diesen Bäumen gibt es einige im Nationalpark und ein paar sind mit ihren entsprechenden Namen gekennzeichnet. Wir wanderten weiter durch den tropischen Urwald, überquerten eine Hängebrücke und standen nach einigem Klettern über Felsen und waten durch Matsch vor einen traumhaft schönen Wasserfall. Die Sonnenstrahlen, die durch die gigantischen Bäume fielen, ließen das Wasser glitzern und das gewaltige Rauschen machte die Atmosphäre perfekt.
Nachdem wir uns vom Anblick des Wasserfalls losgerissen hatten und der Beschilderung weiter folgten, kamen wir an einige blubbernde Schlammlöcher. Die Hinweisschilder klärten uns darüber auf, daß diese Schlammlöcher bis zu 106 Grad Celsius heiß sein können. Nachdem wir den wunderschönen, mit exotischen Pflanzen gesäumten zweistündigen Weg hinter uns gebracht hatten, machten wir noch einen kurzen Abstecher zum ¨Rio Blanco¨, der kristallklar vor sich hinplätscherte und nach dem langen Wanderweg das Bedürfnis erweckt, dort hineinzuspringen.
Der Nationalpark Rincón de la Vieja, der seit 1999 Weltkulturerbe der UNESCO ist, läßt viele fantastische Eindrücke bei seinen Besuchern zurück und ist eine lohnenswerte Ausflugsmöglichkeit, die die Einzigartigkeit der costaricanischen Natur widerspiegelt.
Hier sind weitere
Informationen über Kunst, Kultur und Veranstaltungen in der Provinz Guanacaste zu finden.
Artikel wurde von Daniela Finke am 11.09.2007 eingereicht.