Wladiwostok
Wladiwostok ist der wichtigste Hafen von Russland am Pazifik. Die Stadt im fernen Osten des Riesenreiches liegt auf dem gleichen Breitengrad wie Florenz – trotzdem können die Winter fast „arktisch“ sein und der wichtige Handelhafen friert in den Wintermonaten regelmäßig zu.
Es lohnt sich schon, einen Blick auf die für russische Verhältnisse mit rund 600.000 Einwohnern kleine Stadt zu legen: Ihre wirtschaftliche Bedeutung und vor allem auch ihr Erscheinungsbild hat
Wladiwostok von deutschen und französischen Händler. Daher auch das Stadtbild der Altstadt. Die Betonsilos der sozialistischen Architekten finden fast sich nur in den Vorstädten wieder.
Wladiwostok ist der östliche Endpunkt der
Transsibirischen Eisenbahn. Hierhin führt der Abzweig der Transsib, der nach Ulan Ude weiter gen Osten und nicht Richtung China /Peking geht. Für den Warenfluss in den europäischen Teil von Russland ist diese Eisenbahnverbindung sehr wichtig. Auch sonst ist der Handelsort ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt: Von hier besteht die wichtigste Fährverbindung Russlands nach Japan.
Man findet in Wladiwostok und Umgebung fast keine Autos Europäischer Herkunft: Viele der Fahrzeuge werden direkt aus Japan importiert und fahren mit Rechtslenkung – ganz wie die Fahrzeuge in Japan selbst.
Zu eine wirklich wichtigen Wirtschaftszweig wird das Glücksspiel. Wladiwostok ist nur rund 150 km von der chinesischen Grenze entfernt. Da in China das Glücksspiel offiziell verboten ist, jedoch die Chinesen selbst fast fanatische Spieler sind, können die kleinen, teilweise auch für Russland Illegalen Casinos und Spielhallen auf einen starken Zuspruch reicher Chinesen setzen. Auch in Russland soll das Glücksspiel aus den meisten Regionen Verbannt werden – jedoch hat Wladiwostok gute Chancen, zu einer der vier geplanten „Las Vegas Städte“ des Landes zu werden.
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Markus Lenk, markus (ät) poezdka (dot) de