Die uebergewichtige Gesellschaft
In unserer heutigen Zeit, hört man immer wieder und immer öfter die Klagen: Ich bin zu schwer, ich habe Uebergewicht, ich muss abnehmen und ähnliches. Ist dies alles nur eine Folgeerscheinung der immer dünner werdenden Vorbilder in Film und Presse, oder steckt dahinter vielleicht ein anderer Grund?
Drehen wir die Uhr für ca. 50 Jahre zurück. Nach dem zweiten Weltkrieg hatten die Menschen weltweit mit Sicherheit ein Problem nicht, nämlich Uebergewicht. Das Grundanliegen der damaligen Zeit war überleben. Nicht zu verhungern war schon ein Erfolg und deshalb musste sich auch niemand mit Uebergewicht und den Folgeerscheinungen auseinandersetzen.
Ende der 50er, anfangs der 60er begann dann in West- und Mitteleuropa die Zeit des Wirtschaftswunders und mit einem Schlag war die Grundversorgung mit Lebensmitteln kein Problem mehr. Ganz im Gegenteil, jeder hatte eigentlich mehr als er brauchte. Essen war mit einem Schlag auch zum Genuss geworden, denn man musste sich nicht mehr darum kümmern etwas auf den Teller zu bekommen, sondern man konnte sich darauf konzentrieren, was man essen wird.
Genuss, Geschmack und Qualität wurden plötzlich alltägliche Vokabeln. Keiner musste sich mehr ums satt werden kümmern, also wurde das genießen wichtig. Natürlich kümmerte sich zu dieser Zeit damals niemand um Kalorien, Fettgehalt, Ballaststoffe oder ähnliches. Hauptsache es schmeckte! Die Qualität von Restaurants wurde hauptsächlich an der Groesse der Portionen gemessen und am häuslichen Tisch wurde vorwiegend von den Grosseltern darauf geachtet, dass die Teller auch ordentlich geleert wurden.
Gegen Mitte der 70er Jahre, begannen dann die ersten Berichte und Artikel über die Gefährdung der Volksgesundheit durch Uebergewicht aufzutauchen. Weight Watchers tauchten erstmals in der Öffentlichkeit auf, die ersten Diätvorschläge wurden in Magazinen veröffentlicht. Und die Menschen begannen sich dafür zu interessieren. Man hatte ja schließlich nun lange genug gegessen, das kannte man und nun wurde es modern sich mit dem „weniger essen“ zu beschäftigen.
Grapefruit-Diät, Atkins-Diät, Eier-Diät, Kohlsuppen-Diät und ähnliches, kaum ein Lebensmittel dem nicht ungeahnte Fähigkeiten zugetraut wurden. Sinnvolles wurde mit sinnlosem vermischt und verwechselt und das Ergebnis war, dass mehr oder weniger die gesamte Gesellschaft sich in ein Auf und Ab des Körpergewichtes begab. 3 Wochen abnehmen mit Grapefruit, dann 6 Wochen zunehmen mit Sachertorte.
Und so stolperten wir mehr oder weniger in die heutige Zeit.
Abnehmen und
Diät sind nach wie vor wichtige Themen, werden jedoch jetzt mit dem angemessenen Ernst betrieben. Wissenschaftliche Untersuchungen führten zu sinnvollen Programmen die auch einen dauerhaften Gewichtsverlust ermöglichten. Die Erforschung von mehr und mehr Naturheilmitteln führte zu neuen Medikamenten und Ergaenzungsmitteln, die ein relativ stressfreies abnehmen ermöglichen.
Also eigentlich könnte in unserer heutigen Zeit jeder genau mit dem Gewicht herumlaufen, wenn er (oder sie) nur etwas Selbstdisziplin aufbringt und sich nicht von falschen Idealen leiten lässt. Es hilft nicht, wenn man sich möglichst gesund ernährt und sich aber zum Kaffee 2 Stück Torte schmecken lässt. Und es ist sicherlich auch falsch, wenn man als normal geborener Mensch versucht, auch nur in die Nähe einer „Size Null“-Fussballerfrau zu kommen.
Also, eigentlich könnte jeder zufrieden sein, wenn er denn nur wollte. Aber leider, leider....... der Mensch ist nicht so gebaut!
Autor: Bernd Schuster
Komtakt: info(at)hoodia-diet-shop(dot)com