Der dänische König der Gemeinschaftsverpflegung

 

Der dänische König der Gemeinschaftsverpflegung

Aus Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen kommt der neue König der internationalen Feinschmecker Gastronomie. Das Restaurant „Norma“ wurde vom Londoner „Restaurant Magazine“ auf Platz eins der renommierten Rangliste gesetzt. Damit verdrängte der Chef des „Norma“, der Sternekoch Rene Redzepi, seinen Ausbilder und Mentor Ferran Adria vom ersten Rang. Der bisherige Spitzenreiter „El Bulli“ belegte nach der Entscheidung der international besetzten Jury nur noch Rang Zwei. Die deutsche Gastronomie ist in der Top 50 Liste nur im Mittelfeld vertreten. Das Vendome von Joachim Wissler aus Bergisch Gladbach liegt als bestes deutsches Restaurant auf Platz 22. Neu dabei in der Rangliste der weltbesten Orte für Gemeinschaftsverpflegung ist erfreulicher Weise das „Aqua“ aus Wolfsburg.

Internationaler Flair und nordische Kreativität
In der Gastronomie ist die Rangliste des „Restaurant Magazine“ extrem angesehen und gerade international stark beachtet. In den Top 50 geht es nicht nur um die Qualität der Küche, sondern auch um den Flair und das internationale Image der Restaurants.

Über den besten Ort für die gehobene Gemeinschaftsverpflegung entscheiden insgesamt 26 regionale Jurys. An der endgültigen Wahl sind jedes Jahr über 800 Köche, Kritiker und andere Fachleute beteiligt.

„Norma“, der dänische Sieger, hat gerade in den letzten Jahren ordentlich aufgeholt. Mit seiner nordischen Kreativität am Kochtopf sorgte Redzepi für einen Gaumenkontrast zur spanischen Molekularküche. Auch das Ambiente des „Norma“ ist besonders, es befindet sich in einem alten Schiffslagerhaus aus dem 18. Jahrhundert. Seine Philosophie von Gastronomie hat der dänische Spitzenkoch Rene Redzepi stark auf regionale Spezialitäten ausgerichtet. Gekocht wird mit Zutaten aus der Region und die Speisekarte orientiert sich stark am Gemüse der Saison. Was erst mal bieder klingt, ist wirklich kreativ: Zum Beispiel werden im „Norma“ Radieschen mit essbaren Erdreich serviert.

Der Papst der Molekularküche braucht eine Pause
Die letzten vier Jahre davor war der Spitzenplatz an das „El Bulli“ von Ferran Adria gegangen. Der spanische Meisterkoch wurde dieses Jahr zum Chefkoch des Jahrzehnts gewählt und damit für seine Verdienste für die spanische Gastronomie geehrt. Adria zeigte sich sichtlich geehrte und sprach von einem besonderen Tag und kündigte gleichzeitig seinen vorübergehenden Rückzug aus der Gemeinschaftsverpflegung an. Er wird von 2012 an sein „El Bulli“ für zwei Jahre schließen. Er brauche die Zeit um über seine Zukunft nachzudenken, so Adria.

Wer übrigens glaubt die englische Küche sei so schlecht, den belehrt die Rangliste eines Besseren. Der englische Koch Heston Blumenthal belegte mit seinem Restaurant „Fat Duck“ den dritten Rang, auch er ist ein großer Anhänger und Schüler von Ferran Adria. Ob im „Fat Duck“ wohl Fish and Chips in molekularer Zubereitung auf den Tisch kommen?


Artikel wurde von Maria Schröder am 14.05.2010 eingereicht.

Die 10 neuesten Artikel

Die 10 beliebtesten Artikel