Lauflernwagen
Es gibt Stimmen, die sich zu den Lauflernwagen eher kritisch äußern, weil Lauflernwagen, so die Ausführungen einiger Personen, eine Gefahrenquelle darstellen sollen. Allerdings sollte man hinterfragen, ob diese Äußerungen mit einem Versäumnis beginnen, über die nicht berichtet wird? Kann es sein, daß nicht ausreichende Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden sind, die größten Gefahrenquellen zu entschärfen? Für das Treppenhaus gibt es Treppenschutzgitter und auch für die Türstaffel gibt es Schutzgitter, die zwischen die Türstöcke geklemmt werden können. Wollte man sich diese Kosten sparen? Dann liegt es im Falle eines Unfalles, so tragisch er auch sein sollte, nicht an dem Produkt Lauflernwagen, sondern an mangelnder Sicherheit. Man sollte bei der Anschaffung von einem
Lauflernwagen bedenken, daß Kinder die darin sitzen eine Geschwindigkeit von bis zu 10 km/h erreichen können und das Beschleunigen sicherlich leichter ist, als das rechtzeitige Bremsen. Das jedoch können die Kinder in diesem Alter selbst noch nicht wissen.
Daher liegt es in der Verpflichtung von uns Erwachsenen, das Kind nicht aus den Augen zu lassen. Nur unter diesen Voraussetzungen sollte ein Lauflernwagen oder besser gesagt jede
Lauflernhilfe benutzt werden. Denn die Sicherung des Treppenhauses oder des Türstaffels erspart man sich in keinem Falle – nicht mit und nicht ohne Lauflernhilfe, denn Kinder können auch wenn sie schon laufen können über die Treppen oder den Türstaffel stürzen. Lauflernhilfen, an denen sich die Kinder lediglich zur Unterstützung anhalten können, sind eine gute Alternative zu einem Lauflernwagen. Denn hier müssen die Beine des Kindes genau so schnell sein wie die Gedanken des Kindes. Stimmt das nicht überein, so kommt es unweigerlich zu einem Sturz. Bis das Baby laufen gelernt haben wird, wird es viele Stürze geben, das gehört einfach dazu uns ist ein natürlicher Entwicklungsschritt in Richtung Selbständigkeit. Laufen zu lernen ist einer der schwierigsten Lernaufgaben für Eltern und Kind und beide werden sich sicherlich sehr bemühen, diese Lernaufgabe einerseits dankbar anzunehmen und andererseits die Zeit zu opfern, die nötig ist, bis das Kind auf eigenen Beinen stehen kann.
Artikel wurde von Christoph Grill am 29.04.2010 eingereicht.