Die Aggression bei Hunden
Immer häufiger können wir über aggressive Hunde hören und lesen. Dabei ist es wichtig das Wort ‚Aggression‘ richtig zu definieren. Aggression ist eine instinktive agonale Verhaltensweise, die als Reaktion auf ein anderes Lebewesen auftauchen kann. Die Grundlagen der Aggression liegen in der Natur des Hundes, so wie die Flucht, die dem Tier hilft, zu überleben. Wie der Hund reagieren wird, hängt davon ab, wie groß seiner Einschätzung nach die Gefahr sein kann. Es gibt eine Menge von Faktoren, die darüber entscheiden, ob der Hund aggressiv reagieren wird. Dazu gehören: genetische Bedingungen, Erfahrungen aus den ersten Lebenstagen, Erziehung und Umgebung, physische und psychische Krankheiten, Verletzungen und individuelle Eigenschaften des Hundes.
Ein Begriff, den wir alle sehr gut kennen und der oft in Medien auftaucht ist „aggressive Rasse“. Die Hundekenner, Tierärzte und Tierpsychologen betonen aber, dass dieser Begriff ein Mythos ist und versuchen damit zu kämpfen. Die Fakten, die sie angeben, sagen, dass Aggression bei Hunden jeder Rasse vorkommen kann und nicht alle
Hunde einer konkreten Rasse aggressiv sind.
Aggression ist ein komplexer Begriff, man kann viele Typen davon unterscheiden, die von verschiedenen Umständen abhängen. Viele Menschen sagen „Hunde beißen einfach ohne Grund“. Aus der Sicht des Hundes gibt es aber immer einen Grund: z.B. Eidringen in sein Territorium oder langes Schauen in seine Augen, das er als Anspornen zum Kampf wahrnehmen kann. Das Streicheln des Hundes am Kopf kann von dem Hund nicht unbedingt als freundliches Signal verstanden werden, sondern als Versuch zu dominieren. Am schlimmsten ist es, wenn die Aggression unerwartet und immer öfter auftaucht.
Wir müssen genau die aggressiven Verhalten des Hundes beobachten und analysieren: unter welchen Umständen, wie oft der Hund aggressiv wird und welche Folgen das hat. Erst das ermöglicht uns die richtige Lösung zu finden: Ratschläge, Schulung oder Therapie.
Problematisch ist, wenn die Aggression Folge einer Krankheit oder Verletzung ist, die das psycho-physische Gleichgewicht des Hundes stören und sein Verhalten im Augenblick verändern können. Wenn die Diagnose schnell gestellt wird und die Ursache heilbar ist, kann die Aggression gleich mit den Krankheitssyndromen aufhören. Wenn aber die Aggression Folge psychischer Probleme aufgrund Sozialisierungsstörungen ist, kann die Therapie monatelang dauern. Es gibt auch Fälle, die sich trotz aller Mühe seitens Menschen nicht heilen lassen.
Manchmal reicht es nur, dass der Halter ruhiger aber konsequenter handelt, nicht nervös. Der Hund kann mit der Zeit verstehen, dass unser Verhalten keine Gefahr für ihn darstellt und beginnt ruhiger zu reagieren.
Artikel wurde von Maria Herrmann am 29.04.2010 eingereicht.