Der Stahlmarkt ist noch immer ein Einkäufermarkt
Die Preisvorstellungen der meisten Händler und Hersteller sind nichts weiter als Bluff.
Wie ArcelorMittal gehen dabei viele zu Werke. Als hätte es niemals eine Krise gegeben, verbreiten sie Gerüchte über eine drohende Materialknappheit, um postwendend den Preishahn aufzudrehen. Dabei kann von einem nachhaltigen Anziehen der Nachfrage keine Rede sein. Trotzdem wollen ArcelorMittal und Co. bspw. bei Warmband bis zum
Jahresende Erhöhungen der
aktuellen Einkaufspreise von bis zu 170 €/t durchdrücken. Nach Lage der Dinge sind aber höchstens 20 €/t drin. Denn nach wie vor sind die Lagerbestände hoch.
China: Die Milliarden der staatlichen Konjunkturprogramme haben der Branche zu einer Scheinblüte verholfen und die
Stahlpreise auf breiter Front klettern lassen. Bei Baustahl z. B. um mehr als 100 CNY/t. Diese Zuwachsraten decken sich aber in keiner Weise mit den
derzeitigen Fundamentaldaten, da die Nachfrage einen kontinuierlichen Preisanstieg nicht stützt.
Türkei: Eine steigende Nachfrage aus Fernost hat fast alle türkischen Händler und Hersteller ermuntert, ebenfalls an der Preisschraube zu drehen.
Die aktuellen Preise (jeweils FOB):
• Betonstahl 510–515 $/t
• Walzdraht um die 525 $/t
• Barren 450–460 $/t
• Betonflachstahl 560–580 $/t.
Indien: Seine Preise für Flachstähle heraufgesetzt hat auch der größte indische Stahlerzeuger, die staatseigene Steel Authority of India (SAIL). Durchschnittlich schlagen 1.000 INR/t zu Buche. Weniger verlangt SAIL dagegen für seine Langprodukte (28.800–29.200 INR/t) und für HRC-Coils (28.500–29.000 INR/t).
http://www.globalereinkauf.de/
Artikel wurde von Christian Lang am 11.03.2010 eingereicht.