Wie kann man die Zukunft vorhersagen?
Seit jeher wollte der Mensch wissen, was auf ihn zukommt und welches Schicksal ihn als Individuum, aber auch als Kollektiv erwartet. So entwickelten bereits frühe Kulturen eine Reihe von Methoden, um mit Toten, Geistern oder Göttern in Verbindung zu treten und mehr über die Zukunft zu erfahren. Während die Kunst des Wahrsagens oder Weissagens – heute auch als „Mantik“ bezeichnet – ursprünglich nur von Medizinmännern oder Priestern im Zuge einer religiösen Zeremonie ausgeübt wurde, fand sie bei den Griechen und Römern auch Eingang ins Privatleben.
Einige der dabei angewandten Techniken sind auch in unseren Tagen noch bekannt und werden nach wie vor praktiziert. Während etwa die Deutung des Vogelfluges oder das Lesen der Eingeweide von Opfertieren heutzutage keine Rolle mehr spielt, kommt die Interpretation des Kaffeesatzes noch gelegentlich zur Anwendung. Die häufigsten Methoden zum
Wahrsagen sind aber heutzutage das Kartenlegen, das Handlesen und das Pendeln.
Daran ist bereits zu erkennen, wodurch sich Hellsehen und Wahrsagen unterscheiden.
In beiden Fällen handelt es sich um die Fähigkeit eines Menschen, gegenwärtige Situationen zu erkennen oder zukünftige Ereignisse vorherzusehen – beim Hellsehen geschieht das aber rein intuitiv, also durch einen so genannten sechsten Sinn, während es beim Wahrsagen durch Zuhilfenahme bestimmter Praktiken, Techniken oder Utensilien erfolgt.
Die mit Abstand verbreitetste Wahrsagemethode ist das
Kartenlegen. Im 14. Jahrhundert kamen die in China erfundenen Spielkarten nach Europa, wo sie allerdings zunächst auch tatsächlich nur zum Spielen eingesetzt wurden. Zum Wahrsagen wurden Karten anfangs von eher dubiosen Menschen verwendet – salonfähig wurde das Kartenlegen erst in den eleganten Pariser Salons des 18. Jahrhunderts, wo die Grundlagen des heutigen Kartenlegens geschaffen wurden, das auch als „Kartomantie“ bezeichnet wird.
Heute verwendet ein Kartenleger so genannte Aufschlage- oder Divinationskarten, bei denen es sich vor allem um Tarotkarten sowie um Lenormand-, Zigeuner-, Kipper- oder Leidingkarten, aber auch um ganz gewöhnliche Skatkarten handelt. Diese werden gemischt und nach vorgegebenen Legearten ausgelegt. Die Bedeutungen der Karten ergeben zusammen mit ihren Positionen eine bestimmte Aussage.
Artikel wurde von Marc Nagel am 01.03.2010 eingereicht.