Sinn und Unsinn von Klassenfahrten

 

Sinn und Unsinn von Klassenfahrten

Mit meiner Freundin kam es kürzlich zu einer Diskussion, ob Klassenfahrten noch notwendig sind. Wir standen dem Thema mit gemischten Gefühlen gegenüber, da uns (auch aus eigener Erfahrung, auch als Betreuer von Ferienfreizeiten) viele Stichpunkte einfielen.
Ab welcher Klassenstufe sind Klassenfahrten sinnvoll oder gar wichtig? Dienen Sie nur Anbietern von Klassenfahrten oder haben sie einen pädagogischen, lehrreichen Sinn oder ist es nur Urlaub von den Eltern? In den höheren Jahrgangstufen ein Gelegenheit unter „Aufsicht“ Massen an Alkohol zu trinken?
Welche Unterkünfte passen? Ferienparks in den Niederlanden oder Gruppenhäuser an der Ostsee? Italien oder Spanien? Prag oder Toskana? Berlin oder Hamburg?
Flug, Bus oder Bahn? Selbstverpflegung oder Halbpension? Was traut man den Kindern/Jugendlichen zu?
Neben weiteren Pro-und Kontra-Argumenten schließlich die wichtigste Frage:
Was dürfen Klassenfahrten kosten? Oder: Was sind heute Eltern bereit für Ihre Kinder diesbezüglich auszugeben – müssen/können Eltern im Rahmen Ihrer Möglichkeiten leisten?

Soweit die Diskussion
Nun kann ich von der Praxis berichten.


Schnell war klar, das wir eine Klassenfahrt unternehmen wollten und waren uns auch schnell über das Ziel einig.
Es sollte eine Fahrt an den Gardasee werden.
Natürlich sollte die Fahrt mehr kosten als geplant. Wir lösten das Problem, indem wir die Klassenfahrt vom Herbst, dem ursprünglichen Termin, auf Frühjahr nächsten Jahres verschoben. Es blieben also mehrere Monate, um das nötige Geld zu sparen. So schafften es schließlich alle 28 unserer Klasse.
Ein zusätzlicher Vorteil war, dass wir uns sehr gründlich auf die Fahrt vorbereiten konnten. So wurden zunächst alle Freizeit- und Sportmöglichkeiten zusammen getragen. Eine Arbeitsgruppe stellte dann die einzelnen Möglichkeiten zusammen und traf eine Vorauslese. Es zeigte sich, dass das eine richtige Vorgehensweise war, denn die Gruppe leistete eine gute Arbeit. Bis ins Detail wurden die einzelnen Tage geplant. Natürlich haben unsere „Fachleute“ auch an Pausen gedacht und Zeiten für Freizeit bzw. „individuelle“ Aktivitäten eingeplant.
Es hörte sich alles toll an und wir konnten es gar nicht erwarten. Die Tage bis zur Abfahrt zogen sich wie Gummi in die Länge, so erwartungsvoll waren alle.
Endlich war der Tag da. Es sollte eine Nachtfahrt werden und wir hatten die Vorgabe, am Tag vorher etwas zu schlafen. Unser Lehrer wusste nämlich, dass die Nachtfahrt kaum Schlaf zulassen würde, Ich gestehe, mir ist es nicht gelungen und es war mir auch egal. Ich war einfach zu aufgekratzt und voller Erwartungen. Lachen musste ich bei Start im Bus, denn genau wie mir ist es auch allen anderen ergangen. An Vorschlafen war bei keinem zu denken. Es zeigte sich aber, dass das ein Vorteil war. Schon kurz nach Mitternacht wurde es schweigsam im Bus und es dauerte nicht lange, bis völlige Stille im Bus war. Alle waren zur Ruhe gekommen und schlummerten dem Ziel entgegen.
Am nächsten Morgen waren alle wieder wach, waren fit für den Tag und voller Erwartung. Wir waren in Italien und unser Ziel nicht mehr weit.
Nach einer Pause, die für eine Morgentoilette und zu einem kleinen Frühstück genutzt wurde, traten wir die etwa 100 letzten Kilometer bis zum Ziel an.
Es war kurz vor 11:00 Uhr als der Bus vor unserem Hotel hielt. Es machte einen guten Eindruck und lag in Sichtweite zum See.
Wir hatten Glück, denn wir konnten schon unsere Zimmer beziehen und hatten uns schnell eingerichtet.
Uns drängte es nach der doch langen Busfahrt nach einem Spaziergang machten uns in kleine Gruppen auf, die Umgebung, den Ort und den See zu erkunden. Alle waren zufrieden mit dem ersten Tag und freuten sich auf die nächsten Tage.Unser Programm war ausgewogen und einfach „Spitze“. Ich muss nicht besonders erwähnen, dass die 6 Tage wie im Fluge vergingen und für alle eine tolle Erinnerung bleiben werden.

Artikel wurde von Sarah Killpatrick am 20.02.2010 eingereicht.

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