Die Geschichte der Räderuhr
Heutzutage benutzen fast alle Bürger in den modernen Industriestaaten entweder Damen- oder
Herrenuhren. Damit diese aber überhaupt entwickelt werden konnten, mussten zahlreiche Erfindungen getätigt werden. Denn schon immer versuchte der Mensch die Zeit zu messen. Bereits in der Antike wurden deshalb Sonnen- oder Wasseruhren verwendet. Diese hatten jedoch noch wenig mit den modernen
Armbanduhren zu tun. Der entscheidende Schritt hin zur Entwicklung der heutigen Uhr, war die Erfindung der sogenannten „Hemmung“. Sie ermöglichte die Herstellung der Räderuhr. Denn schon in der Zeit vor Christus wurden Getriebe verwendet. Beispielsweise kennt man von arabischen Wasseruhren komplizierte Konstruktionen mit Schwimmern auf der Wasseroberfläche und Verbindungen zu Räderwerken. Doch erst durch die Hemmung konnten die frei ablaufenden Getriebe in tatsächliche Uhren verwandelt werden. Der genaue Zeitpunkt, an dem die mechanische Uhr das erste Mal verwendet wurde, ist aber nicht bekannt.
Die Räderuhr wurde sehr schnell in Glockentürmen eingesetzt.
Auf diese Weise konnte einem ganzen Dorf oder einer kleinen Stadt die genaue Uhrzeit mitgeteilt werden. Wichtig war das vor allem für den Zeitpunkt des Gottesdienstes, die Öffnungszeiten für die Stadttore sowie Markt- und Gerichtszeiten. Als Gangregler diente bei frühen Räderuhren der sogenannte „Foliot“, der bis auf Abweichungen von etwa 10 Minuten pro Tag genau war. Zur Kontrolle und Ergänzung der ersten Räderuhren wurden jedoch immer noch Sonnenuhren benötigt. Aufgrund dieses Umstandes hatte noch lange jede Stadt eine eigene Ortszeit.
Die erste Räderuhr, die urkundlich belegt ist, wird 1335 erwähnt und befindet sich in der Kapelle des Palastes der Visconti in Mailand. Schon bald darauf, im Jahr 1344, wurde die Schlaguhr entwickelt. Mit dieser war es fortan möglich Stunden von stets gleichbleibender Länge mechanisch anzuzeigen und abzulesen. Die erste öffentlich sichtbare Räderuhr mit diesem Mechanismus wurde 1370 in Paris an dem sogenannten „Tour de l’Horloge“ angebracht. Die Räderuhr erfreute sich großer Beliebtheit und breitete sich im Verlauf des 14. Jahrhunderts in ganz Europa aus.
Artikel wurde von Michaela Krüger am 04.02.2010 eingereicht.