Uhren im alten Ägypten
Die frühesten Anfänge der Zeitmessung gehen bis ins Altertum zurück. Wohl bereits in der Steinzeit teilte der Mensch seinen Alltag anhand von Himmelsbeobachtungen und astronomischen Messungen ein. Die ersten Überlieferungen handeln von der Sonnen- beziehungsweise Schattenuhr und stammen aus dem alten Ägypten. Freilich ähnelten diese Uhren noch keineswegs unseren modernen Armbanduhren. Zum einen waren sie natürlich wesentlich ungenauer. Die bestimmenden Punkte waren der Auf- und Untergang der Sonne, sowie ihr höchster Stand zur Mittagszeit. Anhand des wandernden Schattens konnte durch simple Markierungen die ablaufende Zeit abgelesen werden. Im alten Ägypten wurden die Tage zudem in sogenannte saisonale Stunden eingeteilt. „Saisonal“ deswegen, weil ihre Länge analog zum unterschiedlichen Sonnenstand im Verlauf der Jahreszeiten variierte. Doch die Entwicklung der Uhren im alten Ägypten blieb bei diesem Modell nicht stehen. Spätestens seit dem Mittleren Reich nutzten die Pharaonen auch Diagonalsternuhren.
Bei dieser Art von Uhren geht die Stundeneinteilung auf die Bewegungen von Sternbildern zurück. Die Stunden sind bei diesem Modell auch nicht mehr unterschiedlich lang, sondern - dank eines äqualen Stundenprinzips – Zeiteinheiten von gleicher Dauer. Texte auf antiken Särgen verraten, dass die Diagonalsternuhren jedoch nicht nur zur Messung der Zeit benutzt wurden. Nach mythologischen Vorstellungen sollten sie den Toten auch beim Aufstieg in den Himmel behilflich sein.
Neben den Schatten- und Diagonalsternuhren kannten die alten Ägypter bereits seit dem 16. Jahrhundert vor Christus die Wasseruhr. Der Beamte Amenemhet entwickelte diese während der Regierungszeit von Amenophis I. Eine Wasseruhr besteht aus einem Behälter, in den Wasser entweder ein- oder ausfließt. Am jeweiligen Wasserstand kann man die Uhrzeit unabhängig von den Lichtverhältnissen und in äqualen Stundeneinheiten ablesen. Doch nicht nur im alten Ägypten kannte man die Funktionsweise einer Wasseruhr, sondern auch in Babylonien war ihr Prinzip bekannt. Im Zuge einer Weiterentwicklung kombinierte man die Wasseruhren schließlich mit einer Zeitanzeige. In Griechenland diente hierzu ein Schwimmer, der mit einem Räderwerk verbunden war und so die Zeiger auf einem Ziffernblatt bewegen konnte. Doch auch dieses Modell war noch weit von unseren heutigen Uhren entfernt. Auch war eine Unterscheidung in
Herrenuhren oder
Damenuhren noch nicht bekannt.
Artikel wurde von Michaela Krüger am 20.01.2010 eingereicht.