Schwarzer Tee aus Indien
Sowohl China, als auch Indien beanspruchen beide für sich, der Ursprung des Tees zu sein. Beide Länder haben ihre Sagen und Legenden, die von der Entdeckung des Tees berichten. Sicher ist, dass in Indien und China schon vor der Kultivierung der Teepflanze Tee getrunken wurde.
In beiden Ländern gibt es eine reichhaltige Kultur mit vielschichtigen Gebräuchen und Rezepten rund im den Tee. Aber trotzdem verbinden wir mit jedem Land in erster Linie eine Teesorte: mit China den grünen Tee und mit Indien den schwarzen Tee. Das ist zwar eine grobe Vereinfachung, denn in China wird durchaus auch schwarzer Tee und in Indien grüner Tee getrunken, aber der überwiegende Teil der Teetrinker verhält sich dort gemäß des Klischees.
So befinden sich zum Beispiel in Indien immer hin die zwei wichtigsten Anbaugebiete, in denen überwiegend
schwarzer Tee produziert wird: und zwar Darjeeling und Assam. Der Darjeeling wird an den Füßen des Himalaya in der Näher der Stadt Darjeeling angebaut und der Assam wird auf einer Hochebene im Bundesstaat Assam produziert.
Um den schwarzen Tee herum hat sich in Indien eine vielfältige Teekultur mit über 400 Teesorten und zahllosen Rezepten entwickelt. Da wundert es nicht, dass das Nationalgetränk der Inder auf schwarzem Tee basiert.
Der Chai Tee, oder auch Massala Chai genannt, wird aus einem kräftigen
Assam Tee und Milch zubereitet und mit Zucker oder Honig gesüßt. Verfeinert wird er je nach Rezept mit Gewürzen wie Kardamom, Zimt und Nelken. Besonders feurig wird er durch Ingwer und Pfeffer. Aber auch Muskat, Schokolade oder Lakrit gehören in manches Rezept. Jede Region und jede Familie hat ihr eigenen Rezepte, die oft als eine Art Familiengeheimnis von Generation zu Generation weitergegeben werden.
Glücklicherweise werden in Deutschland immer mehr der Teespezialitäten bekannt und wir bewegen uns fort vom einfachen Teebeutel mit der Ostfriesentee-Mischung hin zu einer großen Vielfalt an Teesorten. Es gibt für uns noch viel zu entdecken!
Artikel wurde von Ansgar Offermanns am 09.01.2010 eingereicht.