Garten und Kinder werden Partner
Der Traktor für Kinder- es gibt ihn noch aus Kunststoff. Doch Holz vermittelt eine gewisse Freundlichkeit, die Kunststoff nicht hat. Und vor allem eine bessere Ökobilanz. Kinderspielzeug sollte generell nach Kriterien ausgesucht werden, die aus dem Geist eines bewußten Lebens kommen. Das heißt: Rohstoffe verbrauchen nur in dem Maße, wie es unbedingt notwendig ist. Unnötig Erdöl verbrauchen – das zu vermeiden, ist das einfachste. Und diese Einstellung an die Kinder weitergeben. Natürlich verstehen sie es nicht sofort, wenn man im Baumarkt lieber den hölzernen Traktor kauft als den anderen.
Aber nicht nur den Traktor betrifft es, mit dem das Kind durch den Garten fahren darf. Sondern auch der Bedarf nach kindlicher Kreativität für
Garten und Kinder sollte nach diesen Maßstäben ausgerichtet werden. Indem früh schon darauf eingegangen wird, welche Ökosysteme in einem Garten und Kinder bestehen und wie sie funktionieren, schärft man den Blick des Kindes für den respektvollen und schonenden Umgang mit der Natur vor der eigenen Haustür.
Vor allem zeigt man ihm eines - die Natur darf nicht aus dem Gleichgewicht kommen. Müll, der beim Aufenthalt im Garten entsteht, darf sofort weggeräumt werden, damit Tiere sich nicht verletzen. Terrassenböden oder Gartenmöbel, sollten nur mit umweltfreundlichem Seifenwasser behandelt werden. Scharfe Reinigungsmittel dürfen nirgends – auch und gerade nicht im Garten – eine Option sein.
Garten und Kinder eine Reihe von Möglichkeiten eröffnen sich, Umweltbewußtsein und Vorsicht am konkreten Beispiel zu vermitteln. Eine sinnvolle Strategie kann es sein, dem Kind die Pflege über ein konkretes Beet zu überlassen – auch schon im Kleinkindalter. Von der Saat bis zur Blüte kann das Kind über längere Zeiträume beobachten, was geschieht, wenn es selbst sieht, dass es als Mensch für Natur im Kleinen verantwortlich sein kann. Erziehungsschritte wie diese sind die Grundlage für die Entwicklung späteren Umweltbewußtseins. Der Garten wird somit zum Anschauungsobjekt, wie wichtig es für das Klima ist, wenn der Mensch sich selbst als Teil der Natur sieht. Und das Kind sich selbst als Teil des Gartens, für den es teilweise Verantwortlichkeit übernimmt.
Darüber hinaus gibt es noch weitere Schritte – Eltern von gleichaltrigen Kindern schließen sich zusammen und unternehmen Ausflüge in Naturparks, in geschützte Gebiete, um weiterhin den Kindern nahezulegen, was zu erhalten wichtig ist. Und vor allem: Daß es das Kind schon ist, welches zur Entscheidung fähig ist, ob es den Garten schützt oder nicht. Ob es sich um das Beet kümmert, was ihm übertragen wurde, oder es verschmutzt. Was für Folgen das eigene Handeln hat. Das sind langfristig prägende Kindheitserfahrungen.
Artikel wurde von Elke Lohre am 22.12.2009 eingereicht.