Armutsfalle Eigentumswohnung
Die Armutskonferenz in Salzburg kritisiert derzeit die Wohnbauförderung der Region. Denn anstelle von bezahlbaren Mietwohnungen sei auf dem
Immobilienmarkt alles noch zu sehr auf die Schaffung von teurem Wohneigentum ausgerichtet.
Die Menschen denken nach der Armutskonferenz, dass sie sich mit einer Eigentumswohnung vor der Armut im Alter schützen könnten. Deshalb werde in jungen Jahren eine Wohnung gesucht, die gekauft wird. Dass dafür aber nicht ausreichend Eigenmittel zur Verfügung stehen, beachten laut Armutskonferenz die wenigsten der Käufer.
Verläuft im Leben einmal nicht alles nach Plan, dann kann die Eigentumswohnung schnell zur Armutsfalle werden, so die einhellige Meinung der Beteiligten auf der Konferenz. Dabei wäre es nicht selten so, dass die Menschen ihre Wohnungen wieder verkaufen müssten, etwa nach einer Trennung vom Partner oder zum Beispiel nach einem längeren Klinikaufenthalt. In diesem Fall muss die Immobilie möglichst schnell zu Geld gemacht werden, die Folge sind Zwangsversteigerungen und Verkäufe aus der Not heraus, meist deutlich unter dem üblichen Immobilienwert.
Damit es gar nicht erst soweit komme, sollten die Käufer einer Eigentumswohnung zunächst gründlich überlegen, ob und wann sie ihr Geld in eine eigene Immobilie investieren. Eine genaue Kalkulation der eigenen Mittel muss vor dem Kauf stehen. Außerdem muss ausreichend Sicherheit gegeben sein, dass die finanziellen Belastungen auch über die gesamte Laufzeit problemlos getragen werden können. Andernfalls kann es schwierig werden, die
Eigentumswohnung wirklich als Altersvorsorge zu nutzen.
Vor dem Kauf einer Immobilie ist es daher ratsam, ein Gespräch mit seiner Hausbank beziehungsweise einem Experten für Immobilienfinanzierungen zu suchen. Dadurch kann die eigene finanzielle Situation gründlich analysiert werden.
Artikel wurde von Heiko Erxleben am 19.11.2009 eingereicht.