Betrug auf dem Wohnungsmarkt
Eine wunderschöne, sehr große Wohnung im begehrtesten Stadtviertel wird auf dem
Immobilienmarkt im Internet angepriesen. Die Kosten sind vergleichsweise gering, werden üblicherweise Mieten ab 1.600 Euro kalt verlangt, werden Wohnungen mitunter für 800 oder 900 Euro inklusive aller Nebenkosten angeboten.
So geschieht es derzeit immer häufiger auf den großen Immobilienportalen im Web. Dabei verstecken sich hinter solchen und ähnlichen Anzeigen nur Betrüger, wie in einem Test herausgefunden wurde.
Im besagten Fall wurde der Anbieter per Mail befragt, ob der Preis für die Wohnung korrekt sei, was dieser bejahte. Er gab an, einige Zeit in der Wohnung gelebt zu haben, nun aber ins Ausland gegangen zu sein. Deshalb wolle er die Wohnung schnellstmöglich vermieten. Ebenfalls gab er an, dass in den Kosten sämtliche Nebenkosten, sowie Internet und Strom bereits enthalten seien.
Es gäbe nur ein Problem, den Schlüssel hätte er mitgenommen. Er schlug vor, den Schlüssel per Post oder einem anderen Versender zu verschicken.
Der künftige Mieter sollte als Sicherheit die erste Wohnungsmiete an den Zusteller zahlen. Diese würde zwischengeparkt und der künftige Mieter könne sich die
Wohnung in aller Ruhe ansehen und sich entscheiden.
Doch Experten warnen vor solchen und ähnlichen Maschen. Denn sobald Vorkasse geleistet werden soll, sollte Jedermann hellhörig werden. Seriöse Vermieter einer Wohnung zeigen diese selbst oder sie beauftragen zumindest einen Makler damit, die Wohnung zur Besichtigung zu zeigen. Bevor eine Wohnung besichtigt werde, müsse auf gar keinen Fall eine Sicherheitsleistung gezahlt werden.
Zudem ergaben die Ermittlungen, dass die Versender, mit denen der Schlüssel zugestellt werden sollte, gar keine Treuhandservices anboten. Das Geld würde automatisch an den Absender überwiesen und wäre damit unwiderruflich verschwunden.
Ebenfalls haben die Nachforschungen gezeigt, dass im besagten Haus gar keine Wohnung leer stünde. Der Eigentümer der betroffenen Wohnung wusste nichts von dem Inserat und war erschüttert. Der Gauner hatte sich vermutlich eine echte Adresse gesucht und Bilder aus anderen Anzeigen geklaut, um so eine eigene Anzeige zu schalten.
Wenngleich bisher „nur“ 30 Anzeigen dieser Art gezählt wurden, warnen Polizei und Verbraucherschützer vor derartigen Angeboten. Niemand habe etwas zu verschenken und bei Vorkasse-Zahlungen sollten alle Alarmglocken schrillen.
Artikel wurde von Heiko Erxleben am 17.11.2009 eingereicht.