Delfine - von der Entwicklungsgeschichte zur Delfintherapie

 

Delfine - von der Entwicklungsgeschichte zur Delfintherapie


Aufgrund von Fossilienfunden wird angenommen, daß es die Wale, zu denen die Delfine zählen, bereits vor 30-40 Millionen Jahren gegeben hat, und zwar im Gebiet des indischen Subkontinentes. Ihre an Land lebenden Vorfahren sollen fleischfressende Paarhufer gewesen sein, die dann zunehmend in die Küstengebiete, Flüsse und das Meer zur Nahrungssuche zogen und sich infolgedessen dem Element Wasser angepasst haben. Dazu hat sich ihr Körper stromlinienförmig entwickelt, sie haben die Haare verloren, ihre Gliedmaßen haben sich in Richtung einer fischähnlichen Form entwickelt, die Nasenlöcher waren verschließbar, ihr Blut hat sich verändert usw. Heute sind die Delfine vollkommen an ein Leben im Wasser angepasst. Durch ihre glatte Haut und ihre Speckschicht, Blubber genannt, sind sie wärmegeschützt und können sich ohne größere Widerstände im Wasser bewegen.

Delfine können sehr schnell schwimmen, und zwar bis zu 55 km/h. Sie springen aus dem Wasser in die Luft, was häufig nur als Spielverhalten gedeutet wird, aber sie sind dadurch sehr viel schneller als im Wasser.

Wenn sie jagen, können sie ca. eine Viertelstunde und bis zu 300 m tief tauchen. Wenn Delfine schlafen, schläft immer nur eine Gehirnhälfte, die andere bleibt wach, um die Atmung aufrecht erhalten zu können. Außerdem bleibt stets ein Auge geöffnet, um die Umgebung im Auge zu behalten und mögliche Angreifer zu erkennen.

Die sehr sozialen Delfine leben in Gruppen, den sog. Schulen. Finden sie an einem Platz viel Nahrung, kommen hier viele Schulen - bis zu mehreren Hundert Tiere - zusammen. Sie verständigen sich durch Laute wie Klicken, Schnattern und Pfeifen, und ihre Kommunikation unter den Artgenossen besteht auch durch Körperkontakt. Angeblich können sich z.B. die Großen Tümmler durch individuelle Laute anderen Artgenossen zu erkennen geben, die dann auch darauf antworten. Durch ihre tiefe Bindung an ihre Artgenossen helfen sich sich gegenseitig, besonders bei kranken oder verletzten Tieren. Sie bringen jeweils nur ein Junges nach einer Tragezeit von ca. 1 Jahr zur Welt. Obwohl die Jungen bereits nach wenigen Monaten ihre Nahrung selbständig suchen, bleiben sie ca. 6 Jahre bei ihren Müttern.

Delfintherapie: David Nathanson gilt als Begründer der Delfintherapie, die nach seiner Auffassung für jede Art von Erkrankungen eingesetzt werden kann. Die wichtigste Zielgruppe sind autistische Kinder und Kinder mit Down-Syndrom. Weiterhin wird die Delfintherapie bei Hyperaktivität, Kommunikationsstörungen, Sprachstörungen usw. angewandt.

Unter der Leitung eines erfahrenen Therapeuten sollen die Patienten eine Verbesserung ihres Zustandes in verschiedenen Bereichen erfahren, sei es im physiologischen, sozialen, sprachlichen, motorischen oder emotionalen Bereich. Auch wenn die Wirksamkeit "wissenschaftlich" nicht bewiesen werden kann, zeigen sich in der Praxis aber definitiv positive Veränderungen.

Die Delfine verstehen es, selbständig Kontakt zu den Patienten herzustellen, hierdurch werden häufig Möglichkeiten aktiviert, die weder durch Ärzte noch durch Medikamente erreicht werden können.

Ilse Bauchinger
ilse.bauchinger@gmx.de

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