Die schöne Welt des Gustav Klimt
Der Maler Gustav Klimt (1862 - 1918) hat eine Welt des Überflusses, der Schönheit, Sinnlichkeit und Erotik gemalt. Meistens stammen die Vorbilder aus der Realität, jedoch entstand durch die Art seiner
Malerei mit starkem orientalischen Einfluss und häufig stilisierender Darstellung oder zweidimensionaler Perspektive eine besondere Sinnlichkeit bei der Darstellung der Frauenkörper. Seine Bilder sind begehrte
Sammlerobjekte,
Klimt wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf, erhielt jedoch schon als Jugendlicher ein Stipendium an der Wiener Kunstgewerbeschule. Mit seinem künstlerischen und handwerklichen Können hatte er bald ungewöhnliche Erfolge und begann, sich einen Namen zu machen. Seit 1896 malte er Frauenkörper - Männer wurden von ihm so gut wie gar nicht gemalt - auf eine besondere Weise, wilde offene Haare findet man z. B. auf vielen Frauenbildern, und er wurde schnell zu einem beliebten Künstler.
Bei seinen Bildern stehen die Gesichter der Frauen im Vordergrund, sie sind häufig in aufwändige Kleider gehüllt, in denen sie fast untergehen, dies ruft eine Wirkung aus Zerbrechlichkeit und Einsamkeit hervor.
Sein bekanntestes Bild ist sicher "Der Kuss".
In einer Ausstellung im Jahre 1902 der Secession provozierte er die doch eher konservative Wiener Gesellschaft mit einem Fries, auf dem Neid, Wollust und Maßlosigkeit als Allegorie dargestellt wurde. Der darauf folgende Skandal hat ihn nicht weiter beeindruckt, immerhin konnte er es sich aufgrund finanzieller Unabhängigkeit leisten, nicht darauf zu reagieren.
Im Laufe seiner Laufbahn hat er unzählige Skizzen gezeichnet, sie dienten ihm als Vorbereitung auf seine Bilder und lassen seine grosse Fertigkeit erkennen, seinen Lebensunterhalt bestritt er jedoch nur aus seiner Malerei. Leider sind die meisten seiner Skizzen bei einem Brand vernichtet worden, es existieren leider nur noch drei von seinen Skizzenbüchern.
Klimt lebte in Wien und war nie verheiratet, aus seiner Korrespondenz geht jedoch hervor, dass er mehrere Beziehungen unterhielt und mit Marie Zimmermann zwei von seinen drei unehelichen Kindern bekam. Am 11. Januar1918 wurde er durch einen Schlaganfall einseitig gelähmt und starb einen Monat später.
Ilse Bauchinger
ilse.bauchinger@gmx.de