Mp3 Kataloge als Alternative zu Filesharing
Als Shawn Fanning 1998 Napster vorstellte war die Aufregung groß. Innerhalb kürzester Zeit brachen die Umsätze der Musikindustrie ein und Musik hörte man anders als zuvor. Die Zeiten des Mixtapes waren schon lange vergangen, doch erst jetzt wurde klar, was an seine Stelle treten würde: Digitale Musik und damit die Möglichkeit jedes Lied innerhalb von Sekunden hören zu können und riesige Musikbibliotheken aufzubauen.
Die Umsatzeinbrüche führten allerdings zu einer massiven Verfolgung der Nutzer von peer2peer-Netzwerken, aber auch zu einem Umdenken der Musikindustrie, insbesondere der Indielabels. Statt das Internet nur als existentielle Bedrohung zu empfinden wurde deutlich, dass sich hier ein großartiger Distributionsraum eröffnete.
Setzten vor allem die Majors auf massive Repression gelang es den Indies, das Medium für sich zu nutzen, indem sie im Internet ihre Musik vorstellten. Für den Musikhörer ergaben sich damit allerdings neue Probleme, das Angebot an Musik war überwältigend und übersichtlich.
Einige Hörer machten sich deshalb an die Arbeit und stellten Kataloge online, in welchem man bequem neue Musik entdecken konnte. Neben Tauschbörsen und kommerziellen Anbietern haben sich diese als dritte Säule in der Distribution mittlerweile etabliert.
Einer dieser Kataloge ist der
Musicchannel, welcher im Dezember 2003 gegründet wurde. Hier wird auf Mp3s verwiesen, welche kostenlos und legal heruntergeladen werden dürfen. Die Mp3s werden dazu der entsprechenden Band zugewiesen, welche über die jeweiligen Genre oder Anfangsbuchstaben ausgewählt werden können.
Neben den
Mp3 Downloads enthalten die Bandseiten ausserdem weitere Informationen zum Werdegang der Band, sowie eine Übersicht über die publizierten Alben. Seit November 2004 gibt es auch News zu gelisteten Bands. Hier werden neue Platten angekündigt, Tourneen, TV-Auftritte und vieles mehr.
Die angebotenen Bands sind meist von unbekannteren Bands, aber auch große und bekannte Namen wie Nick Cave, Tocotronic, Incubus, Audioslave oder Rage Against The Machine haben kostenlose Mp3s im Netz veröffentlicht.
Mittlerweile gibt es das Musikmagazin seit drei Jahren und enthält eine bunte und vielfältige Mischung aus bekannten und unbekannteren Bands. Schon die vertretenen Genre zeugen davon. Alternative-Bands wie Chumbawamba sind ebenso vertreten wie Blues-Klassiker a lá Robert Johnson. Weiterhin gibt es Bands aus dem Genre Elektro, EmoCore, Grunge, Hardcore, Indie, Klassik, Metal, Punk, Hip Hop, Reggae, Rock und Trip Hop.
Das Magazin hat sich damit als eine Anlaufstelle für Bands entwickelt, welche sich hier einem breiteren Publikum vorstellen können.
David Remer
webmaster@themusicchannel.de