EU-Wahl: Das Liberale Forum tritt nicht an, die Jugendorganisation dessen schon – ein riesen Missverständnis
In den Medien war zu lesen: Das Liberale Forum (LIF) wird nicht bei der EU-Wahl am 7. Juni antreten. Es wolle sich auf ihren Relaunch und auf die Wien-Wahl 2010 fokussieren, teilten sie in einer Aussendung mit. Ein paar Tage später liest man, dass die „Jungen Liberalen“ (JuLis) – eine Organisation aus Studenten – zur Wahl antritt. Was für einen Sinn, die Sache hat, darf man hinterfragen. Es wäre ungefähr das Selbe, wie wenn die
ÖVP nicht antreten würde, stattdessen aber die JVP, die Junge Volkspartei. Nun gut, die JuLis treten an, Gratulation.
Ihre
Politik beschäftigt sich unter Anderem mit der Abschaffung des Religionsunterrichts an den Schulen. Zumindest wollen sie das auf der ÖH - der Österreichischen Hochschülerschaft - durchsetzen.
Spitzenkandidat zur EU-Wahl ist der 25-jährige Student der Technischen Physik. Das Wahlprogramm befasst sich unter Anderem mit Sicherheitspolitik, Wirtschafts- und Finanzpolitik und - natürlich - Jugendpolitik.
Die erforderlichen 2600 Unterstützungserklärung haben die JuLis nicht gesammelt.
Die brauchten sie auch nicht, denn sie fragten Frau Karin Resetarits um ihre Unterstützung. Ein weiser Zug. Frau Resetarits ist nämlich Abgeordnete zum Europäischen Parlament. Eine Unterschrift eines Parlamentariers genügt um sich für die Wahl aufstellen zu lassen.
Das Liberale Forum bekam das mit und war sauer. Sauer auf jene Frau Resetarits, die die JuLis nun unterstützt. Angeblich hatte sie dem LIF versprochen, dass sie es unterstützt, damit das Forum bei der Wahl mitmachen darf. Naja, nun können sie sich wieder auf das konzentrieren, was sie in der ersten Presseaussendung verlautbaren ließen – sich auf den Relaunch konzentrieren.
Eine Frage bleibt noch offen: Wie finanzieren die JuLis ihren Wahlkampf? Schließlich sind alle Beteiligten Studenten und im Mai fällt auch noch die Wahl der Österreichischen Hochschülerschaft an, dessen Wahlkampf auch finanziert werden will. Man darf gespannt sein.
Artikel wurde von Thomas Gutmann am 05.05.2009 eingereicht. E-Mail: nachrichten[at]politspiegel[dot]at