Wie finde ich das richtige Zertifikat ?

 

Wie finde ich das richtige Zertifikat ?

Die Pleite von Lehman Brothers hat leider viele private Anleger getroffen. Der pure Verkauf der heutigen Banken und Bankberater vernachlässigt die individuelle Risikoeinschätzung, die Ziele und die Wünsche des Kunden. Die damit vorgegebene Auswahl, erwartet eine individuelle Suche des geeigneten Produktes. Bei über 200.000 Zertifikaten ist das viel Aufwand die der Bankberater für jeden einzelnen Kunden nicht aufbringt. Also muss der Kunde selbst das richtige Zertifikat auswählen. Aber welche Auswahlkriterien sind wichtig? Als erstes muss der Kunde selbst entscheiden, ob der weitere Verlauf des Basiswertes in der Zukunft steig, fällt oder seitwärts laufen wird. Anhand seiner Einschätzungen sollte als nächstes die Produktgruppe definiert werden. Also, ob ein Bonus, Garantie, Bonus Reverse, Discount, Airbag oder Schmetterling Zertifikat gekauft werden soll. Dann folgt die Auswahl des dazu gehörigen Basiswertes, um anschließend den Anbieter (Emittenten) auszusuchen. Hier ist natürlich die Bonität wichtig.

Rating Agenturen geben einen Aufschluss über das aktuelle Rating eines Emittenten. Was ist aber wenn die Bonität sich während der Laufzeit schnell verschlechtert? Ein Warnhinweis dazu gibt eine starke Veränderung des Spreads wieder. Das ist auch bei Lehman Brothers Zertifikaten geschehen. Der Spread ist schon einige Monate vor der Pleite um 150 Basispunkte gestiegen. Eine eindeutige Warnung und ein Verkaufssignal. Wo wir bereits bei Verkaufssignalen sind, sollte der Anleger auch immer vor dem Kauf als erstes seinen max. Verlust definieren, den er eingehen möchte oder kann. Auch ein gewünschter Verlust von 0 ist in Ordnung. Zum möglichen Verlust, stehen natürlich die Laufzeit und der angestrebte Gewinn gegenüber. Ist das definiert, weiß ich in welcher Risikoklasse ich investiert sein möchte und kann anhand der Risikoklasse die Zertifikate filtern. Jetzt habe ich den riesigen Markt etwas eingeschränkt. Ich habe die Risikoklasse, die Emittentenbonität, die Laufzeit und mein gewünschtes Produkt definiert. Jetzt kann ich mir aus einer Liste die besten Zertifikate heraussuchen und eine Peergroup zusammenstellen. Diese Peergroup sollte mind. 5 Zertifikate enthalten. Diese fünf Zertifikate kann ich nun anhand ihrer Schwankungsbreite, zu erzielender Rendite, dem Währungsrisiko, dem Spread und weiteren Kosten, der Handelsqualität und dem Risiko Chancen Verhältnis vergleichen. Jetzt kann das beste Zertifikat gekauft werden. Das gekaufte Zertifikat sollte aber auch ab und an beobachtet werden. Wem das ganze zu unübersichtlich ist, kann das hier vorgestellte, auch an einem online Seminar unter finanzcounter.de nochmal nachvollziehen. Grundlegend sollte ich mir aber immer bewusst sein, dass ich mit einem Zertifikat eine Inhaberschuldverschreibung eingehe und von der Bonität des Emittenten abhängig bin.

Artikel wurde von J. P. Schmidt am 24.11.2008 eingereicht.

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