Globalisierung und Sprachbarrieren

 

Globalisierung und Sprachbarrieren

Es kann gar keinen Zweifel daran geben, dass die Welt, in der wir leben, von zunehmender Globalisierung bestimmt wird, und der treibende Einflussfaktor für dieses Phänomen das Aufkommen von Technologien, wie zum Beispiel Internet, IP-Fernsprechtechnik, Fax-Geräten, Satellitenfernsehen und Mobiltelefonen ist. Wenngleich die Ursache offensichtlich zu sein scheint, sind die Auswirkungen anhaltend, und bis jetzt kann niemand prognostizieren, wohin uns dies führen wird. So weit zeigt sich jedoch als sichtbarste Entwicklung, dass die Globalisierung sprachliche Barrieren betont.

Die Globalisierung hat zum ersten Mal in der Geschichte viele ganz verschiedene Kulturen zusammengebracht, die bis heute vielleicht niemals zuvor in irgendeinem Ausmaß interkulturell interagierten. Dieses Aufeinandertreffen der Kulturen wurde als erstes und am unmittelbarsten am plötzlich steigenden Bedarf an Übersetzern und Übersetzungsdiensten sichtbar.

Diese Etappe interkultureller Interaktion lässt sich anhand eines Mikrokosmos veranschaulichen, am Beispiel der Europäischen Union.

In der Europäischen Union gibt es etwa 20 offiziell anerkannte Sprachen. Wenn das Europaparlament tagt, werden die Dienste von rund 60 Dolmetschern benötigt, damit all seine Mitglieder in der Lage sind, miteinander zu kommunizieren. Die gesamte Organisation beschäftigt tatsächlich insgesamt ungefähr 2.000 Übersetzer Übersetzungen und Dolmetscher, um überhaupt funktionieren zu können.

Wenn wir uns auch erst im Anfangsstadium der Begegnung von Kulturen befinden, der Phase, die Übersetzer und Übersetzungsdienste erfordert, gilt doch den Regeln der Evolution zufolge, dass eine Entwicklung auf eine weitere Stufe, auf der wir über ein gemeinsames Kommunikationsmedium verfügen, wahrscheinlich ist… und die frühesten Erscheinungsformen dafür gab es bereits in der Vergangenheit.

Eine verbreitete Zweitsprache als Medium universeller Kommunikation wurde zuerst von Ludwik Lejzer Zamenhof entwickelt, der 1887 die Grundlagen der von ihm entwickelten Plansprache Esperanto veröffentlichte. Es setzte sich aus Elementen aller gebräuchlichen europäischen Sprachen zusammen und erlebte in den 1950-igern und 1960-igern eine starke Wiederbelebung. Obwohl sich Esperanto nie weltweiter Beliebtheit erfreute, hat es doch bis heute eine Anhängerschaft von bis zu 2 Millionen Sprechern.

Was durch Planung nicht gelang, könnte jedoch nun standardmäßig eintreten. Wenn man sich die beiden am weitest verbreiteten Internetsprachen ansieht, stellt man fest, dass Englisch und Chinesisch an der Spitze liegen, und dass diese beiden Sprachen sich zunehmend weltweit etablieren. Englisch ist natürlich wohl die Normsprache im internationalen Business und auf dem Finanzsektor und, zusammen mit Deutsch, die Sprache der Wissenschaft und Technik.

Chinesisch, oder genauer gesagt der Dialekt Mandarin, gewinnt jedoch ebenfalls an Boden. China hat sich zum Hauptmotor des Welthandels entwickelt, und dank seiner expandierenden weltweiten Partnerschaften und Handelsabkommen verbreitet sich auch Mandarin zunehmend. Die beiden Kontinente, an denen dies am deutlichsten zutage tritt, sind Südamerika und Afrika. Mandarin wird aber auch zunehmend zur Hauptbedingung für die vielen weltweiten Unternehmen, die sich in China etablieren oder mit China Handel treiben wollen.

Ob wir tatsächlich Zeugen der Evolution eines gemeinsamen linguistischen Mediums werden, muss sich erst noch zeigen. Ob Sprachen eine solche Vorherrschaft erlangen können, ist eine Frage, die die Geschichte beantworten wird…als Beispiel dafür sei die Verbreitung des Lateinischen in der gesamten Welt des Altertums erwähnt. Bis es soweit ist, werden wir jedoch auch weiterhin auf die Fähigkeiten von Unternehmen zurückgreifen müssen, deren Übersetzer den Weg zwischen der heute herrschenden sprachlichen Verschiedenheit und einer eventuellen linguistischen Homogenität ebnen können.

Artikel wurde von Pasare Cristian am 14.10.2008 eingereicht.

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