Mulchmaterial für Erdbeeren
Im letzten Jahr kam ich zu der Erkenntnis, dass der Gartenboden in meinem
Garten erschöpft war und dringend eine Erholungsphase benötigt. Ursache war meiner Meinung nach, dass ich jahrelang ca. die Hälfte der Anbaufläche für Kartoffeln verwendete und somit ein jährlicher Wechsel zwischen Kartoffeln und den übrigen Kulturen erfolgte. Die Kartoffeln hatten im Durchschnitt nur noch die Größe von einem Golfball. Ich beschloss, in den nächsten 2 – 3 Jahren keine Kartoffeln mehr anzubauen.
Gleich nach der Ernte der doch sehr kleinen Kartoffeln brachte ich eine Gründüngung zur Aussaat. Von den Angeboten im Baumarkt wählte ich Gelbsenf aus.
Da im Spätsommer und im Herbst 2007 sehr viel Regen viel, gedieh der Gelbsenf prächtig. Schon nach kurzer Zeit war das ehemalige Kartoffelbeet mit einem grünen Teppich bedeckt.
Zu meinem Erstaunen hörte der Gelbsenf jedoch nicht mit wachsen auf und erreichte bis zum Spätherbst teilweise eine Höhe von bis zu 1,5 m.
Gelbsenf ist nicht frosthart und friert über Winter bei niedrigen Temperaturen ab.
In der Beschreibung steht, dass man die abgestorbenen Pflanzen als Mulchmaterial auf dem Beet bis zur Frühjahrsbestellung belassen kann.
Zum Frühjahrsbeginn konnte man die Pflanzen, die jetzt eher Stroh ähnelten und flach auf dem Beet lagen, einfach mit einer Harke zu einem Haufen zusammen harken. Sie ließen sich sehr leicht vom Boden lösen. Der Haufen erreichte erstaunliche Ausmaße von ca. 1,5m x 1,5m x 1,0m ( LxBxH) und ich machte mir schon Gedanken über die weitere Verwendung. Verbrennen wollte ich nicht wegen der Umwelt, kompostieren wollte ich nicht wegen der Arbeit und zum wegschaffen hatte ich auch keine Lust. Beim Frühjahrsputz der Erdbeeren kam mir die Idee, den strohähnlichen Rest der Gründüngung als Mulchmaterial zwischen die Erdbeeren zu legen.
Dadurch wurde die Feuchtigkeit im Boden gehalten, bei Regen lagen die sich entwickelnden Erdbeeren nicht auf dem Boden sondern auf dem Stroh und konnten wieder sehr schnell abtrocknen. Dadurch wurde der Fäulnis entgegengewirkt. Und die lästigen Nacktschnecken hatten es auch schwerer, an die begehrten Früchte zu gelangen.
Jetzt, nachdem die Erdbeerernte im abklingen ist, beginnt auch das Stroh endgültig zu verrotten und trägt somit zur Verbesserung der Bodenstruktur und der Fruchtbarkeit bei.
Das Wichtigste: Ich hatte schon lange nicht mehr so schöne Erdbeeren.
Auch in diesem Herbst werde ich wieder als Gründüngung Gelbsenf aussäen, um im nächsten Jahr über Mulchmaterial für meine Erdbeeren zu verfügen.
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Artikel wurde von Bodo Holzendorf am 05.09.2008 eingereicht.