Neue UMTS Flatrates machen mobiles Internet noch attraktiver
Es noch gar nicht lange her, als es in Deutschland schwierig war, mit einer günstigen
UMTS Flatrate das Internet von unterwegs in akzeptabler Geschwindigkeit zu nutzen. Nach der Lizenzversteigerung der
UMTS Frequenzen im Jahr 2000 brauchten die Netzbetreiber eine außerordentlich lange Anlaufzeit um die gigantischen Investitionen der Versteigerung zu stemmen und sich darüber klar zu werden, dass es nicht reicht, eine Funkfrequenz zu besitzen, sondern dass auch außerordentliche Anstrengungen beim Aufbau der UMTS Netzinfrastruktur vonnöten sind um Mobiles Internet flächendeckend zur Verfügung stellen zu können.
Vor 2006 waren denn auch sämtliche
mobilen Internetprodukte der Mobilfunker echte Ladenhüter – fehlende günstige UMTS Tarife –
Base kamen mit ihrer Internetflatrate Ende 2005 auf den Markt - , fehlende leistungsfähige und benutzerfreundliche Hardware sowie lückenhafte UMTS Abdeckung waren die Hauptgründe. Schließlich war das Netz aber einigermaßen Flächen deckend auf 3G (Mobilfunk der dritten Generation, Amnahme des Autors) ausgebaut, UMTS Modems in Form von Laptopkarten entwickelt und was jetzt noch fehlte waren überzeugende Angebote, welche die jetzt möglichen mobilen Internetzugänge zu den bestehenden Festnetzanschlüssen konkurrenzfähig machen würden.
Das gelang zunächst einem kleinen schwäbischen Anbieter, RadiCens, der mit seinem Produkt Moobicent im April 2007 antrat und bis vor kurzem als einziger Anbieter
Mobiles Internet in HSDPA-Geschwindigkeit zum Pauschalpreis anbot.
Es hat ein weiteres Jahr gedauert, bis die schwerfälligeren Netzbetreiber selbst mit attraktiven Produkten auf den Markt kamen. Im April 2008 war es dann aber auch bei T-Mobile und Vodafone so weit: mit von Grund auf überholten Tarifen im Datenbereich haben sie der Quasi-Alleinstellung von Moobicent ein Ende bereitet. Dabei scheinen sich im Mobilfunkbereich die so genannten Fair-Use-Modelle durchzusetzen, die eine Datennutzung mit höchster Datenrate bis zu einem monatlichen Übertragungsvolumen von 10 Gigabyte ermöglichen. Sind die 10 GB erreicht wird bis zum Monatsende die Datenrate reduziert, bevor im nächsten Abrechnungszeitraum dem Flatrate-Nutzer wieder die volle Geschwindigkeit zur Verfügung gestellt wird. Dieses Verfahren wird derzeit von den Anbietern bevorzugt, da für echte Full-Flatrates ohne jegliche Beschränkungen das auf Zellen basierende UMTS Netz (noch?) nicht ausgelegt ist. Im Gegensatz zu DSL müssen sich nämlich alle innerhalb einer Zelle befindlichen Nutzer die Bandbreite teilen. So kann es passieren, dass auch bei großzügigem Ausbau die Kapazität innerhalb einer Zelle einfach nicht ausreicht, um alle Nutzer mit hohem Download-Speed zu versorgen – vor allem wenn sich in dieser Zelle vorwiegend sog. ‚Power-Sauger‘ befinden, die ein für den DSL-Bereich nicht unübliches Übertragungsvolumen von mehreren Dutzend Gigabyte verursachen.
Mit der transparenten Drosselungsregelung kommt also jeder Anwender in den Genuss von schnellem
Mobil-Internet zum Pauschaltarif ohne Folgekosten und es wird sichergestellt, dass ein übermäßiger Gebrauch das Netz nicht über Gebühr belastet.
Die Situation bei
UMTS Flatrate Angeboten kann sich derzeit von einem Tag auf den anderen verändern, weshalb es auf alle Fälle ratsam ist, sich vor einem etwaigen Vertragsabschluss über aktuelle Angebote und Sonderaktionen zu informieren.
Artikel wurde von F.Fries am 25.06.2008 eingereicht.