Geht es in Deutschland bei der sozialen Gerechtigkeit nur um eine Idee, wo sind die Aufgaben der Politik?
Unserem Staat liegt die Idee zugrunde, die Möglichkeit der sozialen Gerechtigkeit in dieser Gesellschaft für alle Bürgerinnen und Bürger zu verwirklichen. Somit gibt es verschiedene gesetzliche Richtlinien dafür als auch die Gelegenheit, eine freiwillige Aufgabe für die Allgemeinheit wahrzunehmen, wie z.b. in karitativen oder kirchlichen Verbänden tätig sein zu können, um aktiv nützlich zu sein. Konkret kümmert sich die
Politik um die Umsetzung der sozialstaatlichen Belange, verschiedene Gruppierungen innerhalb der Gesellschaft begleiten, mehr oder weniger kritisch, diese „ Bemühungen“ oder werden in anderer Form selber tätig. Es wird der aktuellen Bundesregierung unter Kanzlerin Merkel und der CDU durchaus vorgeworfen, zu wenig für die Belange des Sozialstaats zu tun und zu viel die Interessen der Wirtschaft im Auge zu haben, was eigentlich jeder CDU- Regierung traditionell als Schwäche ausgelegt wird. Hierbei geht es um die unterschiedlichen Wahrnehmungen innerhalb der
Politik, was denn nun eigentlich getan werden muß, um sozial gerechter zu handeln und verteilen.
Sicherlich gehören dann solche Skandale wie die Steuerflucht der Reichen nach Liechtenstein und die überzogenen Gehälter der Top- Manager ganz oben auf die Liste der Protestler und tragen zu einer immer kritischeren Haltung der Bürger gegenüber ihrem Sozialstaat bei. Die Politik bleibt aufgerufen, gegen einseitige Reformen zugunsten der Wirtschaft und gegen die Angst der Bürger vor einem „ Raubtierkapitalismus“ vorzugehen und diese Angst so wahrzunehmen, dass bei aller notwendigen Reformpolitik auch ein Auge für die soziale Gerechtigkeit bleibt. Nur dann wird Politik ernst genommen!
Artikel wurde von Annette Speth am 02.06.2008 eingereicht.