Wolli & Neumi und LaFontaine!
LaFontaine!
Berlin Weissensee!
Gerade hat Jeff einen verprellten Anleger an der Strippe. Er weiß, dass sein “Nach-Hause-Weg“ ihn heute nicht über 5th. Avenue führen wird, zu groß ist die Angst vor Mister Brown, dem Mann, den er gerade am Telefon beschwichtigen muss. Ukrainische Schweinehälften standen noch vor Monaten hoch im Kurs. Doch das ist eben schon Monate her. Nun steht der Verlust von Mister Brown noch hoch im Kurs.
Jeff weiß, Carol, seine Frau, hängt am Haus und im Würgegriff der Hypothek. Was soll er ihr sagen, wie reagieren, wenn all das vorbei ist, wenn die Townships nur noch das sind, was sie haben. All das, geht Jeff in diesem Moment durch den Kopf. Er hatte Carol in Seattle kennen gelernt. Die Nächte waren schlaflos. Seine Carol, die Pretty Woman, die niemals klagte, die immer guckte, wenn Jeff im Haus hämmerte Sie beide waren eben der Inbegriff einer schrecklich netten Familie.
Sie waren die, die sich zum Picknick in der Wüste von Nevada trafen. Romantisch, verträumt und mit Heizpilz.
Den Lachs auf dem Grill, noch Stunden zuvor in den Gewässern von Alaska, gegen den Strom schwimmend.
Aber all das „War einmal in Amerika“.
Was wir nicht wissen ist, was aus Jeff und Carol wurde. Eines scheint sicher. Mr. Brown wird seitdem niemals mehr Schweinefleisch gegessen haben. Und er steht nicht allein mit seinem Schicksal.
Zwingt doch auch Neumi ein chronisches Gichtleiden zur Enthaltsamkeit. Schnitzel, Eisbein und Schweinekopfsülze, all das geht nicht.
Und so wird ihn sein Weg auch heute wieder in den Supermarkt führen, auf der Suche nach Nudelsuppe und Kohlrouladen.
Sein Weg dorthin führt ihn vorbei am
Weißen See. Wie jedes Jahr zu dieser Jahreszeit, freut er sich auf den mayestätischen Anblick der Fontaine.
Was Neumi zu diesem Zeitpunkt nicht weiß, Wolli steht mit seinem Adoptivsohn am Ufer und füttert die Enten.
Sich erkennend und sofort ins Gespräch verwickelt.
Erst jetzt realisieren beide, die Fontaine sprudelt nicht.
Wolli: eh Neumi, wo willst Du denn hin?
Neumi: sag mal, seit wann iss denn hier Ebbe?
Wolli: wie Ebbe?
Neumi: na dann kiek mal uff´n See
Wolli: ja Mensch, da haste aber Recht, die Fontaine jeht nich
Neumi: ditt ist doch Scheiße,
Wolli: Du jetz wo de ditt sagst, ick hab jehört, die woll´n se abschaffen
Neumi: wer??
Wolli: na die im Rathaus
Neumi: na ditt iss ja een Ding, keene Kohle und da verscherbeln se unsere Fontaine
Wolli: pass mal uff, ick ruf da mal wen an und frag den mal, watt ditt hier zu bedeuten hat
Neumi: ditt iss jut
Und so trennen sich ihre Wege, beiden die Gewissheit innen wohnend,sie sehen sich wieder..
Sind Sie auch beim nächsten Mal dabei, wenn wir Neumi sagen hören:
Du da müssen wa watt machen..
(Red.: Torsten Gallinat)