Nachhilfe und gesellschaftliche Situation
In den vergangenen Jahren ist die Nachfrage für Nachhilfeunterricht stetig gestiegen. Die Ursachen dafür liegen auf der Hand: In Zeiten von Arbeitslosigkeit und einem Mangel an Ausbildungsplätzen sind Eltern umso mehr daran interessiert, dass ihre Kinder einen möglichst hohen Schulabschluss erreichen. Nicht selten führt das zu Überforderung und erzeugt einen enormen Druck, wenn das Kind – obwohl seine Leistungen eher denen eines Haupt- oder Realschülers entsprechen – unbedingt das Gymnasium schaffen „muss“. Viele Schüler bekommen bereits in der Grundschule
Nachhilfe. Leistungsschwächen sollen ausgeglichen oder abgemildert und die Fertigkeiten des Kindes maximal gefördert werden. Was die Schule bzw. der Lehrer nicht schafft, soll die Nachhilfe leisten und damit auch pädagogische Defizite ausgleichen. Die Eltern selbst sehen sich heute meist nicht mehr in der Lage, ihr Kind zu fördern und den Unterrichtsstoff mit ihm zu üben, wie es vor einigen Generationen noch der Fall war. Die Eltern von Heute sind häufig allein erziehend, berufstätig und immer öfter mit ihrer familiären Lebenssituation überfordert.
Nachhilfe kann hier eine sinnvolle Alternative sein. Etwa in Gruppen oder als
Einzelnachhilfe, privat, zuhause oder in einem Institut – Angebote gibt es reichlich.
Neben der Suche nach einer geeigneten Nachhilfe darf jedoch die Frage nach den Ursachen für die schlechten Leistungen nicht vernachlässigt werden: Hat der Schüler zwischenmenschliche Schwierigkeiten in der Schule, ist er ein Außenseiter, wird er gemobbt? Gibt es in der Familie Problembereiche, die das Kind belasten? Ist die häusliche Atmosphäre angespannt, so dass das Kind innerlich oder äußerlich nicht zur Ruhe kommt? Liegt der Leistungsschwäche eine seelische oder körperliche Erkrankung zugrunde? Die einsetzende Pubertät, Drogenkonsum, Missbrauch aber auch die falsche Schulart oder Hochbegabung stellen weitere mögliche Gründe für einen schulischen Leistungsabfall dar. Ein seriöses Nachhilfeinstitut weiß um diese Faktoren und berücksichtigt sie.
Artikel wurde von Andrea Simon am 05.03.2008 eingereicht.