Sinn und Zweck von Hochschulrankings

 

Sinn und Zweck von Hochschulrankings

Die Qualität von Hochschulen messen – dieser wichtigen Aufgabe widmen sich so genannte Hochschulrankings. Historisch im anglo-amerikanischen Raum entstanden schwappte die Welle dieser auf subjektiven Qualitätsindikatoren sowie empirischen Analysen beruhenden Studien auch nach Europa über. Dabei erleben Rankings gerade in der seit der Mitte der 1990er Jahre einsetzenden Reform der deutschen Universitätslandschaft einen spürbaren Boom – binnen kürzester Zeit veröffentlichten fast alle bekannten überregionalen Tageszeitungen und Magazine mehr oder weniger aussagekräftige Analysen zu diesem Thema.

Am Anfang steht dabei die Frage, über welche Qualitätsmerkmale sich eine Hochschule definieren sollte. Aus ökonomischer Sicht könnte man das Optimierungsproblem so ausdrücken, dass mit beschränkten finanziellen Mitteln der soziale Nutzen über die beiden folgenden Zielgrößen maximiert werden sollte:

- Forschung: Dies lässt sich im Allgemeinen über die Anzahl und Güte der Veröffentlichungen in Fachmagazinen bestimmen.


- Qualifizierte Absolventen: Diese Größe ist weitaus schwieriger zu bestimmen. Es genügt nicht die Anzahl der Absolventen zu zählen, denn manche Rankings vertreten zu Recht die Auffassung, dass das Durchschnittsgehalt oder auch der Anteil an Absolventen in höheren Berufspositionen eine Aussage über die Qualität des durch die Hochschule hervorgebrachten „Humankapitals“ zulässt.

Die Formeln und Qualitätsstandards deutscher Rankings gehen bei der Frage, was eine attraktive Hochschule Studenten bieten sollte, sehr weit auseinander. So basiert das Ranking des Wirtschaftsmagazins „Karriere“ ausschließlich auf Befragungen, die bei deutschen Personalchefs durchgeführt wurden. Das bekannteste deutsche Hochschulranking des Centrums für Hochschulentwicklung, einer Tochter der Bertelsmann-Stiftung, bezieht vielfältige Indikatoren auf Fächerebene für die Bildung einer Rangfolge ein. Trotz alledem ist auch dieses Ranking nicht unangreifbar, wie die Tatsache schlussfolgern lässt, dass sich keine österreichischen und schweizerischen Hochschulen mehr am CHE-Ranking beteiligen (Quelle).

Neue Anbieter von Hochschulrankings, wie das studentische Portal Unicp.de, gehen hier einen differenzierten Weg. Von der scheinbaren Illusion eines „objektiven Rankings“ befreit, bietet dieses Ranking die Möglichkeit zur Personalisierung, das bedeutet der Nutzer kann seine eigenen Vorlieben und Wünsche zur Geltung bringen und erhält eine individuelle Rangliste mit Hochschulen, die seine Präferenzen möglichst gut widerspiegeln. Neben „harten“ Kriterien wie die Forschungsleistung und Qualität der Lehre sind hier auch „soziale“ Komponenten berücksichtigt, die etwa der Kostenfrage des Studiums Rechnung tragen sowie einige „weichere“ Indikatoren, wie beispielsweise die Lebensqualität in der Hochschulstadt und die Frauen/Männer-Quote, enthalten. Aufgrund des Charakters von unicp.de als offene Community kann sich jeder an der Weiterentwicklung dieses Rankings beteiligen.

Eine wachsende Bedeutung ist Hochschulranking im deutschen Bildungssystem gewiss – so fördern sie doch den Wettbewerb unter den Hochschulen um Geldmittel und die besten Köpfen, also Abiturienten, Lehrkräfte und Forscher. Ein Blick in die USA, die auf diesem Gebiet Jahrzehnte Vorsprung haben, bestätigt diese Einschätzung: So offenbart eine jüngste Studie der Cornell Universität, dass ein gutes Abschneiden in Uni-Rankings in den USA neben der Reputation eines der wichtigsten Kriterien für die Hochschulwahl von Studierenden darstellt.

Artikel wurde von Rene Lohrbach am 25.02.2008 eingereicht

Die 10 neuesten Artikel

Die 10 beliebtesten Artikel