Politik in der Türkei
Die Kurden sind ein indogermanisches Volk. Die Kurden sind dabei mit 25 Millionen bis 30 Millionen Menschen das größte Volk weltweit ohne einen eigenen Staat. Nach dem 1. Weltkrieg war es dabei so, dass sie ihr Siedlungsgebiet zwischen den neu entstandenen Staaten
Türkei, Syrien, sowie dem Iran und dem Irak erstreckte. Eine kleine kurdische Minderheit lebt dabei heute noch in der ehemaligen Sowjetunion.
Ihr altes Siedlungsgebiet ist ein unwegsames Gebirgsgelände. Es bildete einst die natürliche Grenze zwischen dem Persischen Reich und dem Osmanischen Reich – sehr schlecht kontrollierbar. Die regionalen kurdischen Herrscher blieben aus diesem Grund für lange Zeit auch unabhängig. Die offenen Grenzen ermöglichten den Kurden dabei einen ungehinderten Übertritt von einem Reich ins andere.
Bis ins 20. Jahrhundert hinein empfanden sich die Kurden darüber hinaus verschiedenen Stämmen zugehörig. Darüber hinaus war unverkennbar ihre Zugehörigkeit zum Islam sunnitischer Prägung. Unter dem Einfluss der europäischen Staaten entwickelte sich erst im 20ten Jahrhundert das kurdische Nationalgefühl – und zwar als Reaktion auf die Zentralisierungs- und Assimilierungsbestrebungen der jeweiligen Staaten, auf deren Gebiet sie lebten.
Dass sie heute keinen eigenen Staat haben resultiert daraus, dass – nachdem nach dem 1. Weltkrieg das Osmanische Reich aufgeteilt wurde – nur ein Teil der Kurden einem kurdischen Staat zustimmte. Letztlich war es also die innerkurdische Zerrissenheit, die damals einen gemeinsamen Kampf um einen eigenen Staat verhinderte, oder zumindest das Anstreben von Autonomie in den von den Kurden jeweils besiedelten Gebieten. Dies führte letztlich zu den Kurdenaufständen in der
Türkei und zu deren Unterdrückung. Es war dabei so, dass Kurden hinter einer anderen Grenze von einem Staat unterstützt wurden, die die Kurden im eigenen Land unterdrückten.
Artikel wurde von Christian Becker am 16.02.2008 eingereicht.