Gefahrenpotenziale im Feuerspucken
Unabhängig davon, was Künstler und Veranstalter über diese Form der Akrobatik sagen: Feuerspucken bringt den Künstler definitiv in Lebensgefahr. Daher sollte es von großem Interesse für die Künstler sein, wenn sie sich mit den möglichen Gefahren ihrer Tätigkeit beschäftigen.
Werden flüssige Mittel verwendet, besteht die Gefahr einer Lungenentzündung. Sehr viel häufiger treten allerdings Verbrennungen auf, wenn sich aus Versehen Kleidung oder Gesichtshaare entzünden. Kommt ungeeignetes Material oder eine falsche Chemikalie zum Einsatz, drohen Vergiftungen. So kann es passieren, dass Petroleum schwere Atemnot erzeugt, falls es der Jongleur in einer zu großen Mengen einatmet.
Aufgrund der menschlichen Physiologie ist dies jedoch sehr selten, da sich einerseits die Flüssigkeit im Mund, andererseits die Atemluft in der Lunge befindet. Sollte es mal dazu kommen, dass der Jongleur die Flüssigkeit bei einer Vorführung inhaliert, erleidet er mit großer Wahrscheinlichkeit eine Lungenentzündung mit eventuell tödlichem Ausgang.
Wer so glücklich gewesen ist, diesen Unfall zu überleben, muss sich zeitlebens mit einer Schädigung der Lunge zufrieden geben. Grund ist, dass die Flüssigkeit die Lungenbläschen vernichtet, wodurch einer bakteriellen Infektion Tür und Tor offen steht. Kennzeichen einer solchen Erkrankung sind chronische Hustenanfälle.
Doch gefährlich kann bereits das reine Einatmen der Pulverpartikel einer Feuerspucker-Requisite sein.
Physikalische Risiken wie das Drehen des Windes generieren stetig neue Gefahrenpotenziale für den tapferen Feuerkünstler. Werden Fluide verwendet, besteht ständig die Gefahr, dass sie flammend zurückschlagen und das Gesicht verbrennen. Sollte er darüber hinaus in diesem Moment Luft einziehen, zerstört er seine Lunge augenblicklich.
Feuerschlucker, die sozusagen ohne Netz und doppelten Boden Feuer mit dem Mund auslöschen, leben in dieser Hinsicht weitaus weniger gefährlich.
Newbies in der Feuerakrobatik unterschätzen gerne die Gefahr von Vergiftungen, denn alle Brandmittel sind für Menschen Giftsubstanzen. Haut, die mit diesen Stoffen reagiert, wird von Juckreiz - oder Brechreiz, falls es die Schleimhaut ist – befallen. Eine
Feuershow, in welcher der Künstler auf dem Boden liegt und Feuer spuckt, gehört zu den dramatischsten Momenten des Feuerspuckens. Nur wer seinen Schluckreflex absolut kontrollieren kann, schont hierbei seine Gesundheit.
Werner Bauer
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